Caffee

Über 60 jahre alte italienische Technik, simpel und langlebig :-)

Die 2 Maschinen sind aus den mittleren 50er Jahren. Die Faemina ist eine kleine Maschine für den "Heimgebrauch" wurde aber auch in der Gastonomie eingesetzt. Die FP Mühle war die kleinere (Mahlscheibendurchmesser 54mm) und eigentlich für die Gastro gedacht. Hier gibt es fast noch alle Ersatzteile da die Mühlen von einer Spanischen Firma fast unverändert gebaut werden.

Soweit ich herausfinden konnte waren diese beiden in einem Wiener Hotel im Einsatz und lagen dann viele Jahre auf einem Dachboden bevor sie der Vorbesitzer dort vor der Vernichtung retten konnte.

Leider konnte ich noch keinen guten Espresso zubereiten, da wird noch einige an Mahlgradverstellung nötig sein und auch die Bedienung des Handhebels will noch geübt werden. Hier gibt es scheinbar viele Philosophien, vom Langsam runter und halten über langsam runter und loslassen bis zum Fellini Move, langsam runter etwas raufkommen lassen und nochmal runter.

 

Probleme an der Mühle...

Als ich die Mühle bekommen habe lief sie nicht an, leider konnte im Internet mal wieder keiner was Sinnvolles oder gar richtiges sagen, also war Revers Engineering angesagt. Der Motor ist eine Version mit einer Hilfswicklung welche über einen Thermoschalter gesteuert wird (alle im I-Net wollten mir einen Kondensator andichten, obwohl in meinem Post darauf hingewiesen wurde das keiner Verbaut war... siehe Schaltplan als download). Eine eigentlich recht simple Lösung. Die Thermoschalter waren aber nicht defekt, Durchgang auf der Wicklung keiner messbar, also mal zum Motorenwickler, ruft 500€ auf, schluck, zurück nach Hause, das will gut überlegt sein. Bei der Heimfahrt dann der Geistesblitz: kein Durchgang, bei Isolationsfehler oder Wicklungsschluss fällt die Sicherung und man misst, ja was wohl, natürlich einen Durchgang (oder zumindes einen Schluss auf Masse)..... Alles nochmal angesehen und begonnen die Schutzwicklung über den Anschlüssen der Statorwicklungen zu entfernen, siehe da ein Kabelbruch am Übergang Anschlussleitung und Wicklung, zusammengelötet und gut wars. Da das Teil ja eh mehr oder weniger komplett zerlegt war den Rest auch noch auseinandergenommen und gereinigt (60 Jahre alter Kaffee und Grind sind ein Gegner), zusammengebaut und sich an einem schönen Stück Geschichte erfreuen.

Schaltplan download